NEWSLETTER

genaNews Dezember 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Mit der dritten Ausgabe der genaNews in diesem Jahr halten Sie auch die letzte Ausgabe in den Händen bzw. haben sie vor sich auf dem Bildschirm. Fehlende Ressourcen zeitlicher und finanzieller Art machen diese Entscheidung erforderlich. Das ist schade, aber der Lauf der Dinge. Zum Ende 2019 werden wir dann auch unsere Webseite einstellen. Bis dahin werden wir Sie sporadisch über – aus unserer Sicht – wichtige Neuigkeiten informieren, aber nicht mehr in dieser layouteten Form. Wir blicken mit Freude aber auch Wehmut auf 25 Jahre der Zusammenarbeit mit vielen von Ihnen zurück: im FrauenUmweltNetz, der AG Frauen im Forum Umwelt & Entwicklung und seit 2002 bei genanet – der Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit. Und natürlich auf das, was wir gemeinsam gestemmt und erreicht haben. Verwiesen sei hier nochmal auf eine kleine Zusammenschau, die wir anlässlich unseres 20-jährigen Jubiläums gemacht haben.

 

Wir wünschen Ihnen erholsame Feiertage und ein friedliches Neues Jahr, das uns einer (geschlechter)gerechten Gesellschaft ein gutes Stück näher bringt.

 

Ulrike Röhr und Lea Scheffler

Inhalt

Forschungsprojekt zu Gender und Klima

 

Klima-Allianz: Positionspapier zu Maßnahmenprogramm 2030 zum Klimaschutz

 

Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag zu Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit

 

UN Klimakonferenz in Kattowitz

 

Netzwerktreffen von GeNaWerk

 

EU Konsument*innen fordern mehr Nachhaltigkeit von Modemarken und Regierungen

 

forum Nachhaltiges Wirtschaften: Frauen bewegen die Welt

 

Leitfaden zur Integration von Gender- und sozialer Gerechtigkeit in Forschung zu nachhaltiger Entwicklung

 

Frauen für Frieden und dezentrale erneuerbare Energien

 

Zum Weiterlesen

 

Veranstaltungen

 

Impressum

 

An- und Abmeldung Newsletter

Forschungsprojekt zu Gender und Klima

Im Oktober hat der Abschlussworkshop des Projekts ‚Interdependente Genderaspekte der Klimapolitik‘ stattgefunden. Auf dem Workshop wurden die Ergebnisse präsentiert, die Teilnehmenden konnten das Gender Impact Assessment (GIA), dass in Rahmen des Projektes (weiter)entwickelt wurde testen und es wurde über eine erfolgreiche Verankerung der Geschlechterperspektive in der Klimapolitik diskutiert. Einen Bericht des Events können Sie hier finden.

 

Das Projekt wird von GenderCC – Women for Climate Justice e.V., dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und den ISOE – Institut für Sozial Ökologische Forschung im Auftrag des Bundesumweltamts durchgeführt. Der Endbericht wird zum 31.3.2019 fertiggestellt und im Frühjahr oder Frühsommer 2019 vom UBA veröffentlicht. Bereits veröffentlicht wurden die Ergebnisse des 1. Arbeitspaketes, u.a. eines umfassenden Literaturreviews und einer Analyse klimapolitischer Entscheidungen auf internationaler Ebene und deren Implikationen für die nationale Politik.

Klima-Allianz: Positionspapier zum Maßnahmenprogramm 2030 zum Klimaschutz

In unserem letzten Newsletter hatten wir den Klimaschutzplan der deutschen Zivilgesellschaft „Wann, wenn nicht jetzt“ vorgestellt, der ein eigenes Kapitel und eine Kernforderung zu einem geschlechtergerechten Klimaschutz enthält. Das Papier ist inzwischen veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden.

 

 

Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag zu Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit

„Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit – Umsetzung des Gender Action Plan, Verankerung einer gendergerechten Klimapolitik auf der UN-Klimakonferenz in Kattowitz COP24 und Förderung von Frauen in der Gestaltung nationaler und internationaler Klimapolitik“ lautet der volle Titel einer kleinen Anfrage von Bündnis90/Die Grünen im Bundestag, deren Beantwortung durch die Bundesregierung jetzt vorliegt. Vor allem zur Umsetzung auf nationaler Ebene wird dabei immer wieder auf das Forschungsprojekt „Gendergerechtigkeit als Beitrag zu einer erfolgreichen Klimapolitik“ (s.o.) verwiesen. Antworten zur konkreten Umsetzung der Ergebnisse des Projektes bleibt die Bundesregierung allerdings mit dem Verweis schuldig, dass der Endbericht erst Ende März 2019 vorliegt.

 

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UN Klimakonferenz in Kattowitz

In den ersten beiden Dezemberwochen fand in Kattowitz, Polen, die UN Klimakonferenz COP 24 statt. Die Vertragsstaaten verabschiedeten ein Regelwerk, anhand dessen das Paris Abkommen umgesetzt werden soll. Erfreulich ist, dass Genderaspekte immer öfter mitgedacht werden und im Regelwerk gender-responsive Maßnahmen gefordert werden. Generell bleibt allerdings auch diese Konferenz hinter ihren Möglichkeiten zurück und verpasst die Chance, durch deutlich ambitioniertere Klimapolitik das 1,5°C Ziel zu erreichen, mit dem die globale Erwärmung noch in Grenzen zu halten wäre.

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Fachgespräch der Grünen im Bundestag zu Gender und Klima

Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz veranstaltete die Bundestagsfraktion der Grünen am 28. November ein Fachgespräch zu Klima- und Geschlechtergerechtigkeit. Die Teilnehmenden diskutierten u.a. welchen Einfluss Geschlechtergerechtigkeit sowohl auf die nationale als auch die internationale Klimapolitik hat. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung lag in der Rolle von Klima- und Geschlechtergerechtigkeit in der internationalen Klimafinanzierung und in Bezug auf die Klimakonferenz in Kattowitz. Einen Bericht über die Veranstaltung finden sie hier

Netzwerktreffen von GeNaWerk

Das GeNaWerk – Netzwerk für Gender & Nachhaltigkeit versteht sich als offene Plattform für Menschen, die sich für die Verbindungen von Gender und Nachhaltigkeit interessieren, dazu forschen oder in diesem Bereich arbeiten und noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen oder noch dabei sind sich in ihren Arbeits- und Forschungsfeldern zu etablieren. Ein weiteres Netzwerktreffen ist für den 02. bis 03. Februar 2019 ist geplant, ein Ort steht noch nicht fest. Genauere Informationen dazu werden zu gegebener Zeit hier veröffentlich.

EU Konsument*innen fordern mehr Nachhaltigkeit von Modemarken und Regierungen

Eine kürzlich veröffentlichte Befragung von Konsument*innen der fünf größten EU Märkte (Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) zeigt, dass diese von Modemarken und Regierungen größere Anstrengungen zur Erreichung von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit erwarten. Der Großteil der Befragten ist der Meinung, Modemarken müssten mehr tun, um globale Armut und Klimawandel zu bekämpfen und sich für Umweltschutz und Geschlechtergerechtigkeit einsetzten. Knapp zwei Drittel der Befragten fordern die Modemarken auf, die Lebensbedingungen der Arbeiterinnen, die Kleidung, Schuhe und Accessoires herstellen, zu verbessern. Ebenso viele fordern mehr Transparenz, z.B. indem die Marken veröffentlichen in welchen Fabriken sie fertigen lassen und welche Materialien sie verwenden.

Lesen Sie einen detaillierten Bericht (auf Englisch) hier.

forum Nachhaltiges Wirtschaften: Frauen bewegen die Welt

Die forum-Redaktion hat den Schwerpunkt des brandaktuellen Heftes Frauen gewidmet. Nicht nur weil in diesem Jahr 100 Jahre Wahlrecht der Frauen in Deutschland gefeiert wird, sondern auch weil Frauen ganz besonders engagiert sind, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Das forum Nachhaltiges Wirtschaften berichtet über 200 Frauen und was sie bewegt, fordert eine gemeinsame Sprache von Männern und Frauen, portraitiert Miss Fairtrade und stellt Frauennetzwerke vor.

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Stockholmer Umweltinstitut (SEI) veröffentlicht Leitfaden zur Integration von Gender- und sozialer Gerechtigkeit in Forschung zu nachhaltiger Entwicklung

Der Leitfaden unterstützt die Integration von Gender- und sozialer Gerechtigkeit in qualitativer und quantitativer Forschung, unabhängig von Umweltfragen, geografischem Fokus und gesellschaftlicher Ebene. Er unterstützt dabei, Gender- und soziale Gerechtigkeit in die Forschung zu integrieren – auch und gerade wenn es keinen expliziten Gender-Fokus gibt. Der Leitfaden soll Projektleitenden und Forschenden helfen darüber nachzudenken, welche Rolle Fragen der Gender- und sozialen Gerechtigkeit für ihre Forschung spielen, sowie dieseAspekte in laufender Forschung klarer zu identifizieren.

Der Leitfaden zeigt die Vorteile der Anwendung einer Geschlechtergerechtigkeitsperspektive in der Forschung für nachhaltige Entwicklung auf und verweist auf Dimensionen, die für die Integration von Gender und sozialer Gerechtigkeit in die Forschung wichtig sind. Schließlich enthält es Anleitungen zur Einbeziehung von Gender in die Hauptphasen der Forschung.

Laden Sie den Leitfaden hier runter.

Frauen für Frieden und dezentrale erneuerbare Energien

Lange Zeit waren Frauen in den Debatten rund um Energie sowie im Energiesektor in Schweden nicht präsent. In den 70er Jahren formierte sich der Widerstand gegen Nuklearenergie und erhielt prominente Unterstützung durch feministische Schauspielerinnen. Am 26. September 1979 fanden an mehr als 100 Orten in ganz Schweden Proteste von Frauen gegen Atomkraft statt. Dies war eines der sichtbareren Zeichen dafür, wie einflussreiche Feministinnen den Anti-Atom-Kampf als „Frauenfrage“ präsentierten. Der Aufstieg und die Mobilisierung von feministischem Engagement in der Energiepolitik in Schweden in den 70er Jahren wird von den Wissenschaftler*innen Ann-Sofie Kall und Martin Hultman mittels Archivmaterial, politischen Dokumenten und Archivmaterial analysiert. Dabei liegt ihr Fokus auf dem Engagement von Frauen, den feministischen Argumenten und Strategien für eine Gesellschaft, die auf erneuerbaren Energien basiert und sich gegen die Nutzung von Atomenergie wehrt.

Laden Sie den Artikel hier runter.

Zum Weiterlesen

Ecological Masculinities. Theoretical Foundations and Practical Guidance.

Von Martin Hultman und Paul M. Pulé, Routledge 2018

Diese – vor allem, aber nicht nur – für Männer wichtige Lektüre verbindet Umweltstudien mit kritischen Männlichkeitsstudien. Anhand von vier verschiedenen theoretischen Strängen: Männlichkeitspolitik, Tiefenökologie, ökologischer Feminismus und feministische Care-Theorie, untersuchen die Autoren die menschlichen und planetaren Kosten ökologisch destruktiver Maskulinitäten und stellen einen Blickwinkel vor der hilft, die sozialen und ökologischen Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, zu verstehen und anzugehen. Ihre neue ökologische Maskulinitätsperspektive bietet eine realistische Hoffnung für einen erneuerte ökologisch nachhaltige Beziehung zwischen Männern, Männlichkeiten und der Erde (Bob Pease, gekürzt und übersetzt UR). Weitere Informationen

 

New roads – new goals. Positions of feminist planning. Frei.Räume no. 10, edited by the German FOPA (feminist organisation of (female) planners and architects) in 1998

von Sandra Hunning, 2018

Dieser Beitrag stellt die 10. Ausgabe der Buchreihe Frei.Räume vor, die 1998 von der Feministischen Organisation von Planerinnen und Architektinnen (FOPA) herausgegeben wurde. Die Ausgabe hieß "Neue Wege - neue Ziele. Positionen feministischer Planung" und stellte die zeitgenössischen Diskussionen über den Stand von Feminismus, Gender und Planung dar. Obwohl Fortschritt anerkannt wurde, fühlten sich viele Autorinnen unwohl mit der Art und Weise, wie feministische Anliegen in der Planung umgesetzt wurden und suchten nach Wegen nach vorne. Zu den Autorinnen des Beitrags gehörten die wichtigsten Akteurinnen zeitgenössischer Debatten. Der Blick auf das Thema zeigt, dass viele Bedenken heute genauso aktuell sind wie Ende der 1990er Jahre, obwohl sich die Umstände geändert haben. Deshalb wird argumentiert, dass es sich lohnt diese (historischen) feministischen Debatten zu beachten, um zukünftige Strategien für den Feminismus in der Planung zu entwickeln.

Der Artikel ist hier veröffentlicht.

 

Making climate action count: Mainstreaming gender in climate action to accelerate climate compatible development

von Aparna Roy, 2018

Während sich die Staats- und Regierungschefs der Welt auf die UN Klimakonferenz (COP 24) im Dezember 2018 vorbereiteten, setzte sich die Erkenntnis durch, dass das Klimaschutzversprechen und ein rascher Strukturwandel zu einer kohlenstoffarmen und klimaresilienten Wirtschaft und Gesellschaft beispiellose Anstrengungen und eine Umverteilung von Kapital erfordern. In diesem Beitrag wird argumentiert, dass die Optimierung der Vorteile der Entwicklung durch die gleichzeitige Umsetzung von Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), wie Ziel 5 zur Gleichstellung der Geschlechter und 13 zu Klimaschutz, eine wesentliche und wirksame Lösung für den Erfolg des Pariser Abkommens und der Agenda 2030 ist.

Der Artikel ist hier veröffentlicht.

 

Good work? Sustainable work and sustainable development: a critical gender perspective from the Global North

von Beate Littig, 2018

Arbeit wird noch nicht sehr lange als wichtiges Thema im Entwicklungsdiskurs aufgegriffen. Unklar bleibt dabei allerdings häufig, inwiefern Arbeit mit Geschlechtergerechtigkeit zusammenhängt, einem unverzichtbaren Ziel nachhaltiger Entwicklung. Der Artikel untersucht die Betrachtung von Gender und Arbeit in drei Ansätzen für Arbeit und nachhaltige Entwicklung, die derzeit in der deutschsprachigen Literatur zu diesem Thema diskutiert werden: im aktuellen Mainstream-Konzept der grünen Wirtschaft und grüner Jobs, in alternativen Konzepten von Degrowth und Post-Growth Gesellschaften sowie in öko-feministischen Konzepten solidarischer Gesellschaften. Die kritische Auseinandersetzung mit diesen Ansätzen führt zu dem Ergebnis, dass eine grundlegende Neubewertung und Umgestaltung der entscheidenden Gesellschaft-Natur-Beziehung und folglich eine neue Konzeptualisierung nachhaltiger Arbeit erforderlich ist.

Der Artikel ist hier veröffentlicht.

Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen rund um die Themen Gender, Umwelt und Nachhaltigkeit finden Sie wie gewohnt im Veranstaltungskalender auf unserer Webseite.

 

 

Impressum

genanet - Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit

c/o GenderCC - Women for Climate Justice e.V.

Anklamer Str. 38

10115 Berlin

Redaktion: Ulrike Röhr & Lea Scheffler

leitstelle@genanet.de

www.genanet.de

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